Organisation, Infrastruktur

Dokumentation des IST – Zustandes in Zweilütschinen

So beurteilte Armin Brüngger den IST – Zustand der Dampflok G ¾ 11 vom 23. Juni 1999 in Zweilütschinen.

Die Dampflok befand sich, was ich sehen konnte, ausgenommen der Kessel, in einem guten Zustand. Die Lok wurde von ihren Leuten sehr gut gepflegt.

Der Kasten und der Tender befanden sich in einem guten Zustand, der Farbanstrich war einwandfrei.

Im Tender Inneren wurde alles neu grundiert, jedoch hat es an vereinzelten Stellen wieder Rostspuren die ausgebessert werden müssen. Der Tender-Boden hat Kalkablagerungen, sodass man den Zustand noch nicht beurteilen kann.

Das Führerhaus befindet sich in einem guten Zustand. Innen muss es jedoch neu gestrichen werden.

Die Kesselarmaturen sind noch alle vorhanden, müssen aber revidiert werden. Speiseköpfe waren keine montiert. Die Dichtigkeit der Armaturen kann ich nicht beurteilen, da die Dampflok nicht unter Druck war.

Rahmen, Zylinder und Antrieb machen äusserlich einen guten Eindruck. Der Rahmen müsste noch genauer auf Risse untersucht werden, was aber nur bei einer Zerlegung der ganzen Dampflok gemacht werden kann.

Schieber und Kolben konnte ich nur äusserlich sehen. Wie der Zustand innen ist blieb mir verborgen.

Trieb- und Kuppelstangen sind in einem guten Zustand. Die Laufeigenschaften der Dampflok kann ich nicht beurteilen, da die Dampflok nicht im Betrieb war.

Der Kessel ist in einem schlechten Zustand und muss ersetzt werden.

Kesselteile wie, Dampfdom und Sanddom sind in Ordnung. Die Kessel-Abdeckbleche ebenfalls. Der Kamin hat Risse und muss repariert werden.

Die Druckluftpumpe sieht äusserlich gut aus, (muss mich jedoch besser befassen mit der Luftpumpenmaterie).

Feuerbüchse sieht im allgemeinen gut aus, hat jedoch vorne links eine leichte Ver-krümmung.

Lampen waren keine montiert, ich kann nicht beurteilen wie deren Zustand ist, ich nehme an wie der Rest.

Dampflok in der Remise der Berner Oberland Bahn in Zweilütschinen

23. Juni 1999 in Zweilütschinen           Foto Armin Brüngger
 

Armaturenstock und Manometer

Blech der Rauchkammertür muss ersetzt werden, da sie sehr stark ausgebrannt ist

Rauchkammer mit Auspuffrohr, Bläser und Funkenfänger. Auch hier sieht man den schlechten Zustand der Rauchkammer.

23. Juni 1999 in Zweilütschinen     Foto Armin Brüngger

Wie wird die Revision organisatorisch geregelt

Die Revision wird auf drei Firmen aufgeteilt.

Die Firma DLM ist verantwortlich für den Neubau des Kessels mit Ölfeuerung.

Die Rhätische Bahn hat die Aufgabe die Zug- und Stossvorrichtung von der GF Kupplung (BOB) auf das System RhB umzubauen. Die Bremse muss wieder von Druckluft auf Vakuum umgebaut werden. Der Rahmen wird sandgestrahlt und danach genau ausgemessen. Der Rahmen wird grundiert und schwarz gespritzt. Die RhB muss die Schieberkastenflächen und verschiedene neue Bohrungen an den Schieberkästen durchführen. Verschiedene Teile welche stark beschädigt sind, müssen noch angefertigt werden. Die Wasserkästen werden innen sandgestrahlt und danach innen und aussen neu gespritzt. Auch das komplette Führerhaus aussen wird von der Rhätischen Bahn neu gespritzt.

Der Club 1889 hat die Organisation der ganzen Revision übernommen. Unsere Aufgabe ist es die ganze Lok in ihre Einzelteile zu zerlegen, Kleinteile zu revidieren und den ganzen Zusammenbau mit Inbetriebnahme durchzuführen.

Infrastruktur in Filisur und Samedan

Dank der Unterstützung der Rhätischen Bahn, welche uns die Remise in Filisur zur Verfügung stellte, konnten wir die Dampflok zurückholen und sie dort remisieren.

Als die Dampflok nach Samedan überführt wurde, erhielten wir in Samedan einen Platz in der Betriebswerkstätte wo wir die Dampflok demontieren und revidieren können.

Dampflok G ¾ 11 wird in Filisur bis am 8. Dezember 2004 remisiert

19. Mai 2000 Remise Filisur    Foto Maurizio Polier

Nun geht es los in Richtung Samedan zur Revision.

Gute Fahrt herzlichen Dank für die ruhige Zeit in Filisur.

8. Dezember 2004 vor der Remise Filisur   Foto Margrit Gwerder