L3 6603 – Hochbordwagen

L3 6603 – Hochbordwagen

Hochbordwagen L3 6603

Geschichte des L3 6603

Kurzer Lebenslauf

Insgesamt beschaffte die Rhätische Bahn in den Jahren 1911 und 1913 siebzig Wagen des Typs L3. Die ersten zwanzig, 6601 – 6620 lieferte Nicaise et Delcuve in La Louvière Belgien, während die zweite Lieferung von fünfzig Wagen von der Waggonfabrik Rastatt in Deutschland stammte.

Alle Wagen hatten Untergestelle der Bauart «Nürnberg» mit genietetem Rahmen und Aufbau mit Stahlprofilen, welches das äussere Gerüst des Wagens bildeten. Die Seitenwände waren aus Holz. Gegen das ungewollte Öffnen der 1,8 m breiten Seitentore sicherten Überlegstangen. Sämtliche Wagen erhielten an einem Ende eine Bremsplattform und durchgehende Dampfheizleitung. Hatten die zwanzig Wagen der ersten Serie 6601 – 6620 noch Gleitlager mit mit einteiligen Achskisten, so erhielten die fünfzig L3 6621 – 6670 Kugellager. Ihr Anstrich war wie alle Güterwagen damals dunkelgrau (RAL 7014), Rahmen und Achsenkisten mit Bremseinrichtungen waren schwarz. Um ganze Wagenladungen von der Normalspur übernehmen zu können hatten diese Wagen ein Ladegewicht von 15 t. Hauptsächlichstes Ladegut war in den Anfängen Kohle, heizten damals alle Hotels in den Bündner Kurorten mit Kohle.

Umbauten und Anpassungen der siebzig Wagen

Im Jahre 1959 erhielten die vier L3 6641, 6650, 6662 und 6669 ein Dach und dienten bis 1971 zum Transport von Kehrichtkübeln von Davos Platz und Dorf zur Kehrichtverbrennungsanlage Davos Laret. Nach diesen Einsätzen waren die Seitenwände in einem sehr schlechten Zustand und sind abgebrochen worden. Im Jahre 1972 erhielten sie abklappbare Aluminiumwände und hiessen seither K-w 7506 – 7509.

1966 rüstete die RhB, nach Entfernen der Wände, drei L3 6652, 6653 und 6656 mit je einem STAG-Zementsilo aus. Diese sind ebenfalls 1972 mit abklappbaren Aluminiumwände ausgerüstet worden und hiessen fortan K-w 7503 – 7505.

Ab 1. Juli 1970 hiessen die L3 künftig E.

Von 1977 – 1982 baute die Hauptwerkstätte in Landquart insgesamt 23 Wagen mit Stahlwänden, vorwiegend für den Transport von Schrott und Alteisen um. Die Wagen erhielten die Bezeichnung Fb 8501 – 8523.

Nach rund 90 jährigem Einsatz sind die meisten Wagen ausrangiert worden. Von den einst siebzig Wagen ist nur noch der 6603 vollständig vorhanden. Die übrigen sind grösstenteils abgebrochen worden oder es verkehren noch Untergestelle mit Containern als Dienstwagen.

Der L3 ist schon sehr früh als erhaltenswürdig angeschaut worden, war er doch in der ganzen Schweiz nur bei der RhB in dieser Form mit 1,5 m hohen Wänden vorhanden. Die meisten Bahnen hatten Hochbordwagen mit 1 m hohen Wänden. Insgesamt hatte die RhB 5 L, 35 L1 und 70 L3 mit 1,5 m hohen Wänden.

Der Club1889 restauriert den L3 6603 und verwendet ihn als Tankwagen für Wasser und Leichtöl als Vorrat für die ölgefeuerte Dampflok G 3/4 11.

Technische Daten: Hochbordwagen

Serie Nummer

L3 6601 - 6620

Anzahl

20

Tara in Tonnen

6.400

Ladegewicht in Tonnen

15.000

Grösste Breite in Meter

2.500

Grösste Höhe in Meter

2.390

Grösster Radstand in Meter

4.700

Länge über Puffer in Meter

7.430