K 5615 Gedeckter Güterwagen

Gedeckter Güterwagen K 5615

Geschichte

Restaurierung des gedeckten Güterwagens K1 5615 2002-2004

Bedeutung der K-Güterwagen der Rhätischen Bahn:

Die RhB besass einst über 300 geschlossene Güterwagen der Typen K und K1. Die 115 K1 mit Baujahr 1911 bis 1913 sind die grösste Serie Wagen, die die RhB je beschaffte.
Ihr volkstümlicher Name „Viehwagen“ deckt nur einen kleinen Teil der Einsatz- möglichkeit dieser Wagen ab. Sie wurden benutzt für Post und Gepäck, Mili- tärmannschaft und Material, Milch, Stückgut und sogar für heutige Massengüter wie Zement. In seltenen Fällen wurden sie mit Bänken versehen und für den Personentransport in Spitzenzeiten benutzt. Jeder Güterzug und fast jeder Per- sonenzug wies in den Jahren bis etwa 1960 K-Wagen mit Holzkasten auf. Da- mit ist dieser Wagentyp eng mit der Wirtschafts- und Alltagsgeschichte Grau- bündens im 20. Jahrhundert verbunden.

Geschichte der Wagenserie K1 5501-5615:

Die (zu) grosszügige Wagenbeschaffung der Jahre 1911-1913 führte dazu, dass diese Wagen während 4 Jahrzehnten für alle Bedürfnisse ausreichten, ja sogar zu gewissen Zeiten eine Anzahl von ihnen als überzählig abgestellt wur- de. Bis in die 1950er Jahre war die Serie fast vollständig und unverändert im Einsatz. Um 1950 wurden 55, ab 1962 weitere 53 Wagen mit einem neuen Aufbau mit Stahlgerippe versehen. Diese umgebauten Wagen waren bis vor kurzer Zeit noch im Güterverkehr eingesetzt. Zum jetzigen Zeitpunkt sind noch ca. 10 dieser Wagen für verschiedene Zwecke im Einsatz.
Eine kleinere Anzahl erhielt lediglich einen erneuerten Holzaufbau und Verstär- kungen am Untergestell und der Bremse.
Von diesen Wagen in fast originalem Zustand ist der K
1 5615 der letzte be- triebsfähige Vertreter. Er erhielt wahrscheinlich 1937 einen neuen, der Original- ausführung fast identischen Wagenkasten. Bis 1970 befand er sich im norma- len Bestand der RhB, nachher diente er als Dienstwagen Xk 9077 als Magazin. Seine letzte Revision erhielt er im Januar 1993, als er umnumeriert wurde auf Xk-v 9398 und eine nostalgische graue Lackierung erhielt, die allerdings nicht mit der, bis zur Umzeichnung zum Dienstwagen erhaltenen Originallackierung übereinstimmt.
Die Restaurierung dieses Wagens erfolgte zeitgleich mit dem Verschwinden fast aller Wagen gleichen Typs bei der RhB, er wandelte sich von „einem unter 300“ zum letzten Zeugen seiner Art.

Umbauten des Wagens K1 5615 durch die RhB:

Neuer Holzaufbau 1937

Ersatz der durch den Kontakt mit Eichenholz korrodierten oberen Flansche des Rahmens durch angeschweisste     Flanschen.

Umbau der Zug- und Stossvorrichtung (Hülsenpuffer, Entfernung der durchgehenden Zugstange).

Lastumschaltung und automatischer Gestängesteller der Vakuumbremse.

Ersatz der Bremstraversen durch neue Ausführung.

Entfernung der Dampfheizleitung.

Umbau der elektrischen Heizsteckdosen.

Entfernung der Uebergangsbleche an der Bremsplattform.

Ersatz der seitlichen Konsolen aus Flachstahl durch geschweisste Ausführung.

Ersatz der Speichenradsätze durch Scheibenradsätze.

Eine exakte Datierung lässt sich nicht vornehmen, es scheint aber, dass alle aufgeführten Aenderungen zwischen 1937 und 1960 vorgenommen wurden.