Organisation, Infrastruktur

Dokumentation des Ist-Zustandes

Es handelt sich um einen zweiachsigen Wagen mit stählernem Untergestell, das aus Blechen und Winkeln genietet wurde. Das Laufwerk besteht aus Stahlachsen mit Speichenrädern in Verbundkonstruktion ( Speichen aus Flachstahl gebogen und nachher mit Gusseisen vergossen ). Die Bandage ist warm aufgezogen und von innen verschraubt. Gleitlager mit Ölschmierung und zur Kontrolle absenkbarem Unterteil entsprechen dem damaligen Stand der Technik. Der Wagen war, damals noch eine Neuheit, mit der durchgehenden automatischen Vakuumbremse ausgerüstet.

Der Aufbau ist ganz aus Holz, das zum Witterungsschutz aussen mit Stahlblech verkleidet wurde. Das Dach ist flach stichbogenartig gewölbt. Von den fünf Abteilen ist eines mit einer Trennwand mit Türe abgetrennt und für Raucher bestimmt. Beidseitig entsprechen jedem Abteil zwei Fenster aus normalem Fensterglas in Holzrahmen

Der C 2012 noch als X 9038 im Jahre 1996 vor der Betriebswerkstätte Samedan kurz vor der Revision

Farbanalyse

Als wir begannen die Bleche zu entfernen bemerkten wir, dass noch alte Farbschichten zum Vorschein kamen.

Im Oktober 1997 liessen wir von Herrn W. Bonstingl, Restaurator aus Malans eine Farbanalyse durchführen.

Die Untersuchung wurde durchgeführt am zweiten Türflügel der Einstiegsplattform. Am selben Werkstück konnten so die Innentäferung und die äussere Blechverkleidung untersucht werden.

1. Untersuchung der äusseren Verblechung

Interessant ist die Partie, wo in der Verblechung der Umriss der Petrolbeleuchtung ausgespart ist. Hier lassen sich die Farbvorläufe an den Rändern und Überdeckungen untersuchen.

(1  Blechoberfläche. Stahlblech, dem Oberflächenglanz nach verzinkt und grau grundiert.

(2)  Grundfarbe. Eine magere Ölfarbe im Ockerton als Unterlage für die Maserierung. Die Schicht läuft ungestört durch bis an den Blechrand

(3)   Fette, glänzende Deckfarbe mit dunklerem Ton als die Grundfarbe und sichtbarem Pinselstrich (Maserierung).

Linkes Bild, gehört zum oberen Text
rechtes Bild, gehört zum unteren Text
(4)  Grüne Ölfarbe, durch Zeit-einwirkung ausgekreidet. Als Pigmente kommen Chromoxid-hydratgrün, Chromoxidgrün, Heliogengrün oder Kobaltgrün in Frage. Ein Farbrand an der Lampenabdeckung zeigt, dass diese Schicht bei

(5)  Patina durch Russ von (Dampf-lokomotiven) und Schmutz. Darüber rote Farbreste des Anstrichs als Dienstwagen.

Interpretation

Die Verkleidungsbleche wurden liegend grundiert und lackiert, dann am Holzkasten angeschlagen. Der Aussenanstrich des Wagens, zumindest die vorliegende Querwand der Aussenplattform, war ursprünglich in einer maserierten Holzimitation gefasst. Zu einem späteren Zeitpunkt wurde der Anstrich in „Eisenbahngrün“ erneuert, ohne die Beleuchtung zu demontieren.

(1)  Gespachtelte und geschaffene Holzoberfläche

(2)  Helle, magere Grundfarbe

(3)  Maserierung (Eichenimitation)

 

Interpretation

Es sind keine weiteren Schichten sichtbar, so dass es sich um die ursprüngliche, nie übermalte oder überschliffene Lackierung handeln dürfte. Es ist interessant, dass auch der Türrahmen aus Eichenholz mit einer Eichenholzimitation überstrichen wurde. Offenbar war der einfache Unterhalt der Oberfläche wichtiger als das Zeigen des wertvollen Materials.

Wie wird die Revision Organisatorisch geregelt 

Da es unser erstes Projekt war und wir noch keine Erfahrung hatten, war es auch schwierig richtig zu Organisieren. Uns war in der Abstellhalle ein Gleis zur Verfügung, um den Wagen abzustellen. Arbeiten konnten wir in der Werkstatt. Wir entschlossen uns an Samstagen zu Arbeiten, da am Samstag das Personal der Rhätischen Bahn nicht arbeitete. In der Abstellhalle mussten wir ein Gestell so konstruieren, dass darauf der Kasten abgestellt werden konnte und unten der Rahmen eingeschoben. So war es möglich am Kasten in der Abstellhalle zu Arbeiten und am Rahmen in der Werkstatt. Die Gruppe für die Holzarbeiten Organisierten sich selber und für die Metallarbeiten wurde eine andere Gruppe eingeteilt. Die Arbeitsschritte wurden jeweils am Abend beim gemütlichen Teil miteinander besprochen.